Dank der rapiden Entwicklung intelligenter Bautechniken, digitaler Technologien und Gebäudedatenmodellierung (BIM) steht Architekten und Ingenieuren mittlerweile eine breite Palette an fortschrittlichen Techniken und Tools für die effiziente Bauplanung und -ausführung zur Auswahl. Bei der Planung des Pekinger Theaters wurde mithilfe von BIM-Technologie ein solides digitales Fundament für die Projektabwicklung gelegt.
Im Unterschied zu früheren Theaterbauprojekten, bei denen man ohne physische Modelle für Spezialanfertigungen wie Bühnenmechanik und Theatersitze auskommen musste, habe der Einsatz von BIM eine umfassende Modellierung in der Planungs- und Konstruktionsphase ermöglicht, berichtet Fu. In Zukunft will BCEG die Technologie während der gesamten Projektabwicklung einsetzen und auch die Möglichkeiten zur interdisziplinären Zusammenarbeit und Datenintegration verstärkt nutzen. Großes Interesse bestehe auch an der Extraktion von Daten zur Wiederverwendung bei künftigen Projekten.
Als staatliches Bauvorhaben von internationaler Bedeutung mit hochgradig komplexen Strukturen aus ineinander verschachtelten Räumen und Gebäuden kann das Projekt in sämtlichen Phasen von intelligenten Bauanwendungen profitieren. Die Autodesk-Programme Revit und Navisworks unterstützten die modellbasierte Planung, und auch zur Organisation der Arbeitsabläufe und prozessintegrierten Baustellenverwaltung setzte man auf digitale Tools.
Der Einsatz zahlreicher Hardware- und Software-Lösungen sowie 3D-Laserscanner und VR-Technologien in unterschiedlichen Projektphasen zahlte sich auch unterm Strich aus. Allein durch die Planungskoordinierung mit Autodesk Environment konnten über 2.000 Kollisionen behoben werden, die ansonsten Kosten in Millionenhöhe verursacht hätten. Umgerechnet weitere drei Millionen Euro ließen sich durch die modellbasierte Analyse und Optimierung der Bau- und Konstruktionszeichnungen einsparen, die den Stahlbedarf für das Projekt um 1.650 Tonnen senkte und damit zugleich seine Umweltbilanz deutlich verbesserte.
Zur Optimierung der Akustik innerhalb der komplexen räumlichen Strukturen wurden mithilfe hochpräziser Messroboter mehrere 3D-Scandurchgänge aller besonders kritischen Bereiche durchgeführt. Die dabei erstellten Punktwolken wurden dann zur Überprüfung der BIM-Modelle und Erkennung von Widersprüchen zwischen Modellen, Zeichnungen und physischen Strukturen herangezogen. Als weitere Besonderheit dieses Projekts hebt Fu die Zusammenarbeit mit unterschiedlichen Partnern aus der Wirtschaft und Wissenschaft zur optimalen Nutzung des Potenzials der Digitalisierung hervor. Durch die Mitwirkung von zwei Forschungsinstituten und drei Universitäten sei das ehrgeizige Bauprojekt zum erfolgreichen Testlauf für Zusammenarbeit und Innovation geworden.