Bereits bei diesem Projekt konnte das Team des Bauherrn sich bei Planprüfungen mithilfe von VR und Augmented Reality (AR) einen direkten Einblick in den aktuellen Planungsstand verschaffen. AR kam zur Visualisierung des gesamten Masterplans zum Einsatz, VR zur Begehung des Modells. „Wir haben Schlüsselpunkte identifiziert und dem Auftraggeber als VR-Erfahrungen bereitgestellt, sodass sein Team das entstehende Bauprojekt unmittelbar erleben kann“, so Hamdy.
Diese visuellen Erlebnisse ebneten den Weg für eine echte Projektpartnerschaft zwischen GHD und Tamouh Investments. „Dadurch wurde eine ganz andere – und bessere – Zusammenarbeit mit dem Auftraggeber möglich“, schwärmt Hamdy. „Wir haben die Planung gemeinsam gemacht.“
Dabei verlief die Automatisierung bei GHD keineswegs immer reibungslos. Die Anwendung der neuen Arbeitsabläufe auf ein reales Bauvorhaben – anstatt wie zuvor auf eine Testumgebung – stellte das Unternehmen vor erhebliche Herausforderungen. „Der Auftraggeber wollte Ergebnisse sehen; Fehler konnten wir uns also nicht leisten“, so Murphy. „Das hieß aber auch, dass wir den Sinn und Zweck dieser Maßnahmen und ihren tatsächlichen Nutzen für den Bauherrn mit eigenen Augen miterleben und unmittelbar von den erzielten Effizienzgewinnen profitieren konnten. Unser Team konnte in Echtzeit sehen, dass sich die finanzielle und zeitliche Investition in den Umstieg auf Automatisierung lohnte.“
Weitere Schwierigkeiten ergaben sich aus den geografischen Besonderheiten dieses Bauvorhabens. GDH war bei der Planung gefordert, der Bedeutung des Dschabal Hafit als landschaftliches Wahrzeichen gerecht zu werden. „Eins unserer Planungsziele lautete, dass möglichst viele Gebäude einen freien Blick auf den Berg erhalten sollten“, erläutert Picton. „Das bedeutete beispielsweise, dass größere Gebäude weiter vom Berg weggerückt wurden, damit die Häuser ringsum eine bessere Aussicht haben.“
Zudem mussten die über das zur Bebauung vorgesehene Areal verlaufenden Wadis berücksichtigt werden – Trockentäler, die nach starken Regenfällen vorübergehend Wasser führen. „Die Automatisierung zeitaufwendiger Routineaufgaben ermöglichte eine intensivere Auseinandersetzung mit den ökologischen und soziokulturellen Planungszielen und -vorgaben“, resümiert Murphy.
Sechs Monate nach Beginn der Projektarbeiten führte Hamdy die neuen Arbeitsabläufe im Rahmen einer konzerninternen Präsentation für andere Teams vor, die ebenfalls den Umstieg auf Automatisierung in Angriff nehmen wollen. „Das Bauprojekt ‚Dschabal Hafit‘ hat die Chancen und Möglichkeiten der digitalen Stadtplanung für andere Teams innerhalb des Konzerns sichtbar gemacht“, ist Murphy überzeugt. „Es legte das Fundament für zukünftige Entwicklungen und vermittelte standortübergreifend ein besseres Verständnis für das Potenzial dieser Technologien.“