Dass NEST mehr als nur Labor ist, zeigen die Klingelschilder. Sie tragen die Namen von akademischen Gästen, die hier wohnen. „Das macht die Forschung hier so besonders. Wir forschen hier nicht in einer isolierenden Umgebung, sondern unter Realbedingungen“, sagt der Hausherr Reto Largo. Er ist der Geschäftsführer von NEST. Sein Vater war Bauunternehmer, er selbst kommt ursprünglich aus der IT. Largo kennt also beide Seiten: den Bau und die Digitalisierung. Es liegt auf der Hand, dass er bei NEST beides zusammenbringen will. Und er möchte noch etwas zusammenbringen: die Forschung mit der Wirtschaft. An die 160 Partner aus Industrie und Forschung sind an NEST beteiligt. Darunter die Autodesk Foundation sowie die Forschungsabteilung von Autodesk Research.
„Ohne das Netzwerk wäre NEST gar nicht möglich“, ist Largo überzeugt. Und er ergänzt: „Das finanzielle Risiko ist bei uns für die Unternehmen viel kleiner, als wenn sie neue Technologien in der realen Wirtschaft ausprobieren würden.“ Das mache die Zusammenarbeit für die Firmen so attraktiv.
Davon ist auch Russell Loverridge überzeugt. Er ist Geschäftsführer des Nationalen Forschungsschwerpunkts (NFS) Digitale Fabrikation, der zu einem der größten Forschungsfonds für Innovation am Bauen in der Welt gehört. „Um die Herausforderungen der digitalen Zukunft zu leisten, können wir uns am Bau keine Einzelkämpfer mehr leisten. Wir müssen zusammenarbeiten.“
Und genau das macht der NFS Digitale Fabrikation bei NEST. Mit Forschenden aus acht Professuren der Eidgenössischen Technischen Hochschule (ETH) Zürich und mehr als 30 Unternehmen – darunter Architekten, Robotiker, Materialwissenschaftler, Statiker und Nachhaltigkeitsexperten – hat die Institution das sogenannte DFAB HOUSE geplant und gebaut. Es ist das neuste Modul auf dem NEST – erst Anfang des Jahres wurde es eröffnet. Das DFAB HOUSE – kurz für „Digital Fabrication House“ – verkörpert die Zukunft des Wohnungsbaus – hier wurde nicht nur digital geplant, sondern auch weitgehend digital gebaut.