Um seine Technologie preiswerter und mobiler als bisherige Lösungen zu machen, greift M2X auf bewährte Technik zurück. Die mobile Konversionsanlage von M2X leitet das anfallende Begleitgas aus einer Öl- oder Erdgasbohrung über eine Leitung in einen Verbrennungsmotor ein. Dafür kommt ein handelsüblicher Dieselmotor zum Einsatz, der für den Betrieb mit Methan umgerüstet wurde. Der Motor übernimmt die Reformierung und wird mit einem reichhaltigen Kraftstoffgemisch betrieben, dem die Luft entzogen wird, um ein Synthesegas zu erzeugen. Dieses Gemisch aus Kohlenmonoxid und Wasserstoff wird dann verdichtet und dem Prozess der Methanolsynthese zugeführt. Das Resultat ist flüssiges 90- bis 95-prozentiges Methanol. Um auf variierende Gasdurchflüsse zu reagieren, kann der Motor mit verschiedenen Drehzahlen betrieben werden. Als Energiequelle dient das Methangas selbst.
M2X plant, seine modularen Einheiten zunächst für die Herstellung von Methanol einzusetzen. Die Technik könnte aber auch angepasst werden, um mit den Anlagen Verbindungen wie Ammoniak oder Wasserstoff zu erzeugen. „Es sind verschiedene Endprodukte vorstellbar, was für eine gewisse Flexibilität sorgt“, erklärt Alcala. Durch den Einsatz von serienmäßigen Standardkomponenten hält M2X die Anfangskosten niedrig und kann Skaleneffekte nutzen. „Der von uns verbaute Verbrennungsmotor ist ein kostengünstiges technisches Massenprodukt und heute so günstig wie nie“, so Alcala.
In Sachen Verbrennungsmotoren macht M2X so schnell niemand etwas vor: Chief Technology Officer Josh Browne hat während seiner Zeit als Ingenieur und Teamchef in der NASCAR Erfahrungen mit Hochleistungsmotoren gesammelt. Der in den NASCAR-Serien vertretene Rennstall Richard Childress Racing (RCR) aus North Carolina leitet außerdem die Motorenentwicklung des Unternehmens. Um die Technologie der Reformierung und insbesondere der Katalyse zu erforschen, die in der mobilen Methananlage zu Gewinnung von Methanol aus dem Syngas nach der Dampfreformierung im Verbrennungsmotor ablaufen soll, arbeitet M2X außerdem mit dem Florida Solar Energy Center an der University of Central Florida zusammen. In 2023 will M2X einen praxistauglichen Prototyp in den Öl- und Gasfeldern von North Dakota einsetzen.
Methanol eignet sich als chemischer Ausgangsstoff für viele Zwecke. Es ist ein Hauptbestandteil von Kunststoffen, Klebstoffen und Holzwerkstoffen wie Sperrholz sowie von synthetischen Fasern. Methanol ist Hauptbestandteil von Biodiesel und findet zunehmend in der Herstellung von klimafreundlicheren Schiffstreibstoffen Verwendung.