Von den Investitionskosten für die Umsetzung von ESG-Maßnahmen sollte sich kein Unternehmen abschrecken lassen – langfristig überwiegen die positiven Effekte die Kosten bei weitem.
1. ESG-Maßnahmen sind gut für den Planeten
Die Einführung von ESG-Maßnahmen bei mehr und mehr Unternehmen führt zu mehr Gleichheit und weniger Emissionen und nützt somit sowohl den Menschen als auch dem Planeten. Die Verschärfung der SEC-Berichtspflicht wird diesen Prozess noch beschleunigen. In Europa veröffentlichte die zuständige Marktaufsichtsbehörde ESMA im September 2022 ebenfalls Leitlinien zum Thema nachhaltige Finanzanlagen. Immer mehr Unternehmen verpflichten sich im Rahmen von Aktionen wie der „Race to Zero“-Kampagne der Vereinten Nationen oder dem Climate Pledge auf das Ziel der Kohlenstoffneutralität; immer mehr Unternehmen bemühen sich, durch den Umstieg auf erneuerbare Energien und den Erwerb von Kompensationsgutschriften ihre Treibhausbilanz zu verbessern, wie Autodesk es tut.
2. ESG trägt zur Risikobewältigung bei
„Das Klimarisiko ist auch ein Anlagerisiko“, stellte BlackRock-Chef Larry Fink 2020 in einem Brief an die CEOs von Unternehmen im Portfolio der Vermögensverwaltung fest. Mit der Verschärfung der SEC-Berichtspflicht verstärkt sich auch der Druck auf Unternehmen, Klimarisiken und andere externe Effekte, die künftig in den Wert ihrer Aktien eingepreist werden, effektiver zu bewältigen. Möglich ist das nur durch eine verantwortungsbewusste Unternehmensführung.
Die Frage, welche Maßnahmen ein Unternehmen ergreift, um soziale Ungleichheit zu bekämpfen und zur Entkarbonisierung seiner jeweiligen Branche beizutragen, wird für den Markenruf und damit auch das Vertrauen von Kunden und Aktionären weiter an Relevanz gewinnen. Bei Autodesk haben wir im Rahmen unseres proaktiven Engagements für Nachhaltigkeit einen ESG-Lenkungsausschuss eingesetzt und eine Nachhaltigkeitsstrategie erarbeitet, die drei Aspekte berücksichtigt: Was bewirken wir als Unternehmen? Was bewirken wir für unsere Kunden? Wie können wir uns zugunsten von Kohlenstoffneutralität, Resilienz und Gleichstellung in den Branchen engagieren, in denen wir tätig sind?
3. ESG-Maßnahmen sind gut für die Wirtschaft
Eine neue Studie der New York University Stern School of Business kommt zu dem Schluss, dass Unternehmen, die ESG-Kriterien messen und entsprechende Berichte veröffentlichen, langfristig bessere Geschäftsergebnisse erzielen. Die führende Management- und Strategieberatung Deloitte empfiehlt Unternehmen die Erarbeitung eines Risikomanagement-Frameworks zur Unterstützung von Maßnahmen, die Vielfalt und Gleichstellung fördern, Emissionen reduzieren und den Schutz von Kundendaten verbessern und dadurch langfristig zu mehr Innovation und höheren Umsätzen führen. Die Stern-Studie konnte ebenfalls nachweisen, dass Unternehmen, die ESG-Maßnahmen zur Priorität machen, besser für gesellschaftliche oder wirtschaftliche Krisen gerüstet sind. Gerade angesichts der Lehren aus der COVID-19-Pandemie steigert dies ihre Attraktivität für potenzielle Anleger.
Durch die proaktive Umsetzung von ESG-Maßnahmen zeigen Unternehmen Verantwortungsbewusstsein und stärken dadurch nicht nur das Vertrauen von Kunden, Geschäftspartnern und Anlegern, sondern sind auch bestens aufgestellt, um qualifizierte Arbeitnehmende anzuziehen und zu binden – ein entscheidender Wettbewerbsvorteil angesichts des Fachkräftemangels im Bereich AEC und Fertigung und ein Zeichen einer umsichtigen und intelligenten Unternehmensführung, die wiederum das Interesse der Anleger und letztlich die Renditen steigert.
4. Neue Anlegergeneration mit neuen Prioritäten
Die Anleger von heute und morgen setzen andere Prioritäten als ihre Vorgängergeneration. Klimaschutz, Nachhaltigkeit und soziale Gerechtigkeit sind für sie wichtige Themen, mit denen Unternehmen sich unbedingt befassen müssen. In der Wirtschaft finden diese Stimmen bereits Gehör: 2019 definierte der einflussreiche Fachverband Business Roundtable den Begriff der corporation neu und weitete die Verpflichtung privatrechtlicher Körperschaften gegenüber ihren Aktionären auf das gesamte Ökosystem aus Kunden, Mitarbeitenden und lokalen Bevölkerungsgruppen aus.
5. ESG-Kriterien werden zunehmend standardisiert
ESG-Ratings verschaffen transparentere Einblicke in die Maßnahmen, die Zehntausende von Unternehmen zur Minderung von Risiken ergreifen. Die Rating-Kriterien werden laufend weiterentwickelt und um neue Aspekte ergänzt – teilweise fließen sogar Cybersicherheit und geopolitische Risiken in die Bewertung ein. Trotzdem dienen sie als stabile Messlatte, an der Unternehmen ersehen können, wie sie im Vergleich zur Konkurrenz abschneiden und in welchen Bereichen dringender Nachholbedarf besteht. Parallel dazu sind insbesondere in den USA und der Europäischen Union Bestrebungen im Gange, die Berichtspflicht zur Offenlegung von Kohlenstoffemissionen und gesellschaftlichen Auswirkungen im öffentlichen Sektor zu standardisieren. Mit mehr Klarheit bezüglich der konkreten Verpflichtungen der Unternehmen ist schon viel gewonnen.
Immer mehr Unternehmen verinnerlichen die Erkenntnis, dass ein Beitrag zum Wohl der Menschen und des Planeten aus einer langfristigen Wachstumsperspektive mehr wert ist als kurzfristige Erträge. Natürlich wird der Unternehmenserfolg weiterhin in erster Linie am Profit gemessen. Jedoch setzt sich zunehmend die Einsicht durch, dass sozialverantwortliche und umweltschonende Geschäftspraktiken sich auch unterm Strich auszahlen – ganz zu schweigen von der wachsenden Bedeutung, die Arbeitnehmende, Kunden und Kapitalanleger ihr zumessen. Das Fazit ist eindeutig: Unternehmen, die ESG-Maßnahmen konsequent und effektiv umsetzen, sind auf lange Sicht besser aufgestellt.
Bei diesem Beitrag handelt es sich um die aktualisierte Fassung eines erstmals im Juni 2020 veröffentlichten Artikels.