Über den gesamten Lebenszyklus eines Gebäudes betrachtet, betragen die Kosten in der Betriebs- und Instandhaltungsphase ungefähr das Vierfache der Baukosten. Um Einsparpotenziale ausschöpfen zu können, müssten Betreibende und Eigentümer nicht nur über geeignete Daten verfügen, sondern diese auch leicht aus- und verwerten können.
Das japanische Unternehmen Yasui Architects & Engineers wird 2024 sein einhundertjähriges Bestehen feiern. Bereits 2007 hat man hier die Planungsmethode BIM (Building Information Modelling) eingeführt und seither darauf hingearbeitet, alle Informationen und die gesamte Kommunikation grundsätzlich BIM-basiert zu organisieren. Schon damals glaubte man fest an die damit verbundenen Vorteile für Bauherren und Gesellschaft. Dabei nutzt das Unternehmen BIM nicht nur zur Optimierung seiner Entwurfs- und Geschäftsprozesse, sondern auch zur Generierung hochwertiger Gebäudeinformationen. Planungsbüros sieht Yasui in der Pflicht, die mit der neuen Methode verbundenen Vorteile konsequent auszuschöpfen.
„Wegen der zahlreichen Vorteile ist der Einsatz von BIM in der Entwurfs- und Bauphase längst zu einem unverzichtbaren Werkzeug für Planende geworden, die gleichzeitig Visualisierungen und Simulationen durchführen“, so Kazuyuki Shigeto, Vorstandsmitglied und General Manager für ICT/Data Management bei Yasui Architects & Engineers. „Für Bauherren, Gebäudeeigentümer oder Liegenschaftsverwaltungen birgt BIM jedoch noch mehr Potenzial. Wir möchten BIM über die Aspekte der Planung, Bauüberwachung und Bauausführung hinaus konsequent auf den gesamten Lebenszyklus eines Gebäudes ausweiten.“
Shigeto nennt fünf Punkte, an denen er bei der Nutzung von BIM für den Betrieb und die Instandhaltung von Gebäuden ansetzen würde:
konsequente Berücksichtigung von Betriebs- und Instandhaltungsaspekten bei der Objektplanung
Entwicklung von BIM-Richtlinien und eines BIM-Umsetzungsplans
Standardisierung und Weitergabe von Bauteildaten an das Gebäudemanagement
Verwendung von BIM als Datenbank für das Gebäude nach dessen Fertigstellung
Verwaltung von BIM-Modellen während ihres gesamten Lebenszyklus
2018 brachte Yasui Architects & Engineers mit BuildCAN eine selbst entwickelte Plattform für das Management des gesamten Lebenszyklus von Gebäuden auf den Markt. Mit BuildCAN lassen sich die Daten von Umweltsensoren, wie sie zunehmend im Internet der Dinge (IoT) eingesetzt werden, in einem BIM-Modell visualisieren. Die Daten können von Messgeräten stammen, die die Temperatur, Feuchtigkeit, Beleuchtung oder CO2-Konzentration erfassen. Die Plattform baut auf dem preisgekrönten Building Information Management System auf, das ursprünglich vom Yasunobu Ohnishi Lab der Universität Kumamoto entwickelt wurde und ebenfalls auf der IoT-Technolgie basiert. Aufbauend auf der eigenen Erfahrung im Bereich des Gebäudemanagements kann das Team von Yasui BuildCAN optimal für die Planung, die Bauausführung, den Betrieb und die Instandhaltung eines Objekts einsetzen.
„Technologien wie BIM, Big Data, IoT, KI, XR und Blockchain sind für die Innovation und die digitale Transformation in verschiedenen Anwendungsbereichen von entscheidender Bedeutung und werden die Digitalisierung und Informatisierung von Gebäuden und Städten vorantreiben“, so Shigetos Überzeugung. „Ein digitaler Zwilling kann förmlich zum Leben erweckt werden, indem das BIM-Modell mit den Sensordaten angereichert und mit diesen Informationen verknüpft wird. Diese Daten können vielfältigste Informationen über die Umwelt, Betriebsbedingungen oder Erdbeben enthalten.“