Nach dem ersten Spatenstich im Juni 2022 und dem Erhalt einer vorläufigen EDGE-Zertifizierung plant BuildX, das Projekt Anfang 2024 fertigzustellen.
Die Pläne für Zima Homes entstanden zu Beginn der COVID-19-Pandemie. Architektin Etta Madete Mukuba, die bei BuildX die Abteilung für bezahlbaren Wohnraum leitet und zu den Mitbegründerinnen des Projekts gehört, erinnert sich: „Damals wurde uns klar: Jeder ist zuhause, aber viele Menschen leben in unzumutbaren Verhältnissen.“ Tatsächlich sei die Isolierung in den eigenen vier Wänden für Menschen, die in Häusern ohne gute Belüftung oder natürliches Licht leben, eher schädlich als gesund. Um diesem Umstand entgegenzuwirken, rief das BuildX-Team Zima Homes ins Leben. Namensgeber des Wohnbauprojekts ist das suahelische Wort „Zima“ das so viel wie „holistisch und gesund“ bedeutet. Und der Name ist Programm: Zima Homes wurde für junge, einkommensschwache Einwohner konzipiert und verfolgt in Sachen Nachhaltigkeit einen durch und durch ganzheitlichen Ansatz. „Es geht bei Weitem nicht nur darum, die Natur in die Gebäude einfließen zu lassen", betont Mukuba.
So setzt das Team zur Gewährleistung des thermischen Komforts beispielsweise auf Solararchitektur. „Im Idealfall müssen die Bewohner weder die Klimaanlage benutzen noch das Licht einschalten“, erläutert Mukuba. Aus diesem Grund habe man unter anderem auf eine Querlüftung und große Fenster mit Sonnenschutzvorrichtung geachtet. „Viele neue Gebäude in Nairobi bestehen zu großen Teilen aus Glas. Doch in einem tropischen Klima sind solche Gebäude im Wesentlichen so etwas wie eine Art Sauna. Dementsprechend braucht man jede Menge Klimaanlagen, die natürlich einiges an Strom verbrauchen und alles andere als umweltschonend sind.“
Die von BuildX entwickelten Wohnsiedlungen werden stattdessen eine Vielzahl nachhaltiger Merkmale aufweisen, darunter Regenwassersammelanlagen und hocheffiziente Wasserarmaturen, Solarpaneele zur Versorgung der Gemeinschaftsbereiche mit sauberer und erneuerbarer Energie (auch die Wohnungen selbst sind mit den nötigen Vorrichtungen versehen, sodass die Eigentümer sie später auf Wunsch und eigene Kosten problemlos ebenfalls mit solchen Paneelen ausstatten können), eine Gartenanlage und eine begrünte Dachterrasse. Außerdem werden die Wohnungen über Balkone und geräumige Korridore verfügen, die gleichzeitig als Gemeinschaftsräume dienen sollen.
Auch bei der Wahl der Materialien wird Nachhaltigkeit großgeschrieben: Ein Großteil der Bauteile – darunter beispielsweise Wandpaneele und Balkendecken – wird lokal beschafft und vorgefertigt. „Vorgefertigte Materialien sind nachhaltiger als herkömmliche Alternativen, da sie kürzere Bauzeiten ermöglichen und sich die Qualität in der Fabrik prüfen lässt“, erklärt Mukuba. „Außerdem ist der Ansatz skalierbar. Hat man ein Bauteil einmal angefertigt, lässt es sich problemlos im Rahmen anderer Projekte reproduzieren. Das reduziert im Endeffekt den Materialverbrauch.“
Für den BuildX-Architekten Wekesa George liefert Technologie den Schlüssel zum Erfolg: „Um unsere Nachhaltigkeitsziele zu erreichen, müssen wir die entsprechenden Daten nachverfolgen und überprüfen können. Mit der richtigen Technologie ist das ein Kinderspiel.“
In der Planungsphase erwies sich vor allem Autodesk Revit als wichtiges Hilfsmittel: Mithilfe der Lösung war das BuildX-Team in der Lage, digitale Modelle verschiedener Entwürfe zu erstellen, um diese im Hinblick auf ihre Umweltverträglichkeit gegeneinander abzuwägen. So konnten die Architekten beispielweise ermitteln, wie sich der Einsatz von Holzbalkendecken anstelle von herkömmlichen Betonalternativen auf den CO2-Fußabdruck und die Betriebseffizienz der Gebäude auswirken würde, und berechnen, wie man möglichst viel Material einsparen könnte, ohne deren strukturelle Integrität zu gefährden.
„Auf diese Weise konnten wir innerhalb kürzester Zeit verschiedene innovative Lösungen auf den Prüfstand stellen, was einen wichtigen Beitrag zur Effizienz unserer Designiterationen geleistet hat“, fährt Mukuba fort. Seiner Meinung nach könnten Technologien wie Künstliche Intelligenz und Generatives Design BuildX helfen, im Zuge des Wachstums des Architekturbüros den Designprozess zu automatisieren. „Bis 2030 wollen wir 10.000 bezahlbare Wohnungen errichten. Die Automatisierung wird dabei zweifellos eine ganz entscheidende Rolle spielen.“